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Berlin
- Menschen, Geschichten, Locations |
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Grüne Frauenförderung |
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Starke Frauen weltweit |
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Eva Herbst
"Starke Frauen" - und das weltweit. Die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt Frauenprojekte vor allem auch in der Dritten Welt. Das Ziel ist, Frauen ökonomisch, rechtlich und politisch zu stärken. Die Vorstandsvorsitzende Barbara Unmüßig zeigt Möglichkeiten und Grenzen dieses Anspruchs auf.
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Mutige Frauen in der Dritten Welt |
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"Wir wollen Frauen zur politischen Mitsprache befähigen", betont Barbara Unmüßig von der Heinrich-Böll-Stiftung. Dieser Anspruch ist für sie der wesentliche Unterschied zu anderen Nicht-Regierungsorganisationen. Ein Teilziel der Böll-Stiftung ist deshalb, Frauen ihre Rechte zu geben, möglichst schon bei der Gesetzgebung.
"Raus aus den Zwangsehen mit Taliban Kämpfern", das ist ein Ziel des Projektes "AWLPA". Diese Vereinigung der afghanischen Anwältinnen und Aktivistinnen will die Rechte und das Selbstbewusstsein der Frauen nach 25 Jahren Taliban Unterdrückung stärken. Dafür werden Rechtsberatungsstellen in den Provinzen Afghanistans aufgebaut. Zusätzlich bilden sich Anwältinnen, Richterinnen und Notare fort. Gemeinsam mit anderen Frauengruppen sorgen diese für die Verankerung der Frauenrechte in der Verfassung.
"Vielfach geht es darum, Frauen aus Gewalt oder aus unterdrückenden Situationen heraus zu helfen", erklärt Barbara Unmüßig. Die geförderten Projekte in Ländern wie Brasilien, Südafrika, Indien, Thailand, Pakistan oder Kenia sind unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen, dass sie auf drei Ebenen ansetzen: Gestärkt wird das Selbstbewusstsein und die ökonomische Eigenständigkeit der Frauen. Darüber hinaus unterstützen die Böll-Stiftung und ihre Projektpartner lokal und landesweit Kampagnen, die gegen private und öffentliche Gewalt gegenüber Frauen vorgehen.
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Gegen Gewalt in Südafrika und Brasilien |
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"Jemand, den du kennst, missbraucht seine Frau", so lauten Busaufkleber in Johannesburg, Südafrika. Die Frauen von NISSA wollen damit das Schweigen brechen. Ihr Frauenhaus für Gewaltopfer und ihre Beratungsstellen bieten therapeutische Hilfe. Sie vermitteln auch Ausbildungen in der Landwirtschaft und verschiedenen Handwerken. Radioprogramme und Demonstrationen klären die Öffentlichkeit über HIV/AIDS auf.
In Brasilien stehen afrobrasilianische Frauen am unteren Ende der Gesellschaft. Sie werden zweifach diskriminiert: durch rassistische und sexistische Verhaltensweisen. Das Projekt CRIOLA geht dagegen an, mit Workshops und politischem Theater. CRIOLA entwickelt gemeinsam mit Nachbarschaftshäusern Schutzprogramme für Frauen. Nähkurse verhelfen ihnen zur ökonomischen Unabhängigkeit.
"Frauen, die sich für die Besserstellung anderer Frauen einsetzen, unterstützen wir auch", erläutert Barbara Unmüßig. Die Stiftung und ihre Projektpartnerinnen gehen gegen frauendiskriminierende Kulturen und Rechtsstrukturen mit Protestaktionen an. Gleichzeitig wird durch Workshops und Aufklärungsmaßnahmen mit den Frauen konkret gearbeitet. Außerdem fördert die Böll-Stiftung die Vernetzung von Frauenprojekten und Organisationen in den jeweiligen Ländern und global. Dadurch können Frauen voneinander lernen oder sich gegenseitig unterstützen. |
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Globale Fragen - lokal gestellt |
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Das sind nur einige Projekte von vielen. "Fast 50 Prozent der Stiftungsmittel widmen sich der Frauenförderung in der Dritten Welt." Ingesamt hat die Stiftung 35 Millionen Euro Etat pro Jahr. Dennoch werden für einige Projekte zusätzlich Spenden gesammelt. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen will sich die Stiftung von politischen Entwicklungen und Prozessen im Bundestag unabhängig machen. Das ist schwierig, da zur Zeit hundert Prozent der Mittel aus öffentlichen Haushalten kommen. Darüber hinaus liegen weit mehr Anträge vor, als Gelder zur Verfügung stehen.
Grundlegend ist die Nord-Süd Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung langfristig angelegt. Es gibt Drei-Jahresprogramme in den jeweiligen Ländern. Vor allem beziehen sie sich auf Demokratisierung, Frauenfragen und Ökologieprobleme. "Wir sind sehr stark mit den Ideen der Partei der Grünen verbunden. Deshalb fördern wir auch deren politische Vorstellungen und Werte in anderen Ländern", erläutert die Vorstandsvorsitzende.
Auch andere Nicht-Regierungsorganisationen gehen ähnlich vor. So existieren viele Ansätze in den Ländern der Dritten Welt nebeneinander. Die Gelehrten streiten sich, ob das sinnvolle Förderungen sind oder eine kulturelle Kolonisation mit neuen Mitteln.
Die Böll-Stiftung geht ihren Weg konsequent weiter mit dem neuen Programm zur Globalisierung von Barbara Unmüßig. Dabei geht es darum, "die Stimmen und die Sichtweisen der Menschen aus der Dritten Welt bei uns sicht- und hörbarer zu machen". Die Stiftung will sich auch mit den Antworten der Menschen aus der Dritten Welt zur globalen Wasserkrise und zukünftigen Energiestrategien auseinandersetzen. |
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25.02.2003 |
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© by dieberlinerin 2003 |
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