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Berlin
- Menschen, Geschichten, Locations |
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Die Tadshikische Teestube |
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"Tee trinken heißt die Welt vergessen"
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Kathrin Bublys
Sie ist ein Geschenk aus Tadshikistan. Vor 30 Jahren wurden die Originalbestandteile einer Tadshikischen Teestube nach Ostberlin transportiert. Heute bereichert dieser Geheimtipp die Stadt um einen Raum orientalischer Lebensstimmung.
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Samowar und slawische Märchenstimmung |
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Wie auch im Märchen muss der, der einmal bei "Tausend und einer Nacht" Tee trinken möchte, ein wenig auf die Suche gehen. Denn die slawische Märchenwelt der "Tadshikischen Teestube" mit Samowar und Sitzkissen liegt verborgen im "Palais am Festungsgraben". Dort in der ersten Etage des Hauses befindet sich seit 1974 die Teestube in guter Gesellschaft mit dem Salon-Restaurant "Die Möwe".
Die Tadshikische Teestube, die unter Insidern weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist, gilt als echter Geheimtipp für erholsame Stunden. Beim Betreten taucht man in den Orient ein: Handgeschnitzte Säulen aus Sandelholz verleihen dem großen Raum eine exotische, warme Atmosphäre. Hier kann man sich auf großen, samtigen Sitzkissen niederlassen und entspannen. Aber auch Tischchen und Stühle laden zum Platznehmen ein. Unter einer gewaltigen, goldglänzenden Holzdecke sitzt man wie unter einem Himmel.
An den Wänden prangen große Gobelins, die Heldengeschichten aus Zentralasien erzählen. Riesige goldene Kronleuchter hängen von der Decke und verströmen gemütliches weiches Licht. Dicke orientalische Teppiche schlucken den Lärm des Alltags. Ruhe kehrt ein, in den Raum und auch in das Herz der Teegenießerin. Die Welt scheint keine Probleme mehr zu haben. Sorgen kommen hier nicht über die Schwelle, scheint es. Bequem, fast schon im Liegen, nimmt man den Tee zu sich.
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Teezeremonien aus aller Welt |
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Der reichverzierte Samowar gehört zur russischen Teezeremonie und ist bei den Gästen äußerst beliebt. Er wird an den Tisch gebracht. Den russischen Tee genießt man traditionell im Teeglas mit silbernem Teelöffel und einem Löffelchen Marmelade dazu. Chinesischen Rauchtee schlürft man aus hauchdünnen Porzellantassen. Einzig allein der Rauchtee raucht, ansonsten herrscht hier striktes Qualmverbot. Auch Schuhe ausziehen gehört zum guten Ton.
Zurücklehnen und die Welt vergessen. Tee ist hier nicht nur Getränk, sondern Medizin für die Seele, ein Heilmittel. In vielen Teilen der Welt ist Tee das Getränk schlechthin und die Tee-Zeremonie das wichtigstes Ereignis des Tages. In der Tadshikischen Teestube kann man auch Teesorten genießen, von denen man bislang noch nichts wußte. Zum Beispiel Sekt-Tee. Dieser könnte auch in hippe Haushalte als Lifestylegetränk Einzug halten.
Über 100 Teesorten sind im Angebot. Vom Karawanen-, Lomonossow- und Beduinen-Tee über Assam, Grünem, japanischen Kirschblütentee bis hin zum Kindertee. Dazu werden die köstlichen Blinis, mit Fleisch oder Käse gefüllteTeigtaschen, serviert; die russische Spezialität schlechtin.
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Märchenhafte Teestunden |
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"Das Publikum ist so bunt gemischt wie das Angebot der Tees," erzählt die Teestubenangestellte Inge Paurat . "Wir haben viele Theaterbesucher, Studenten, Journalisten, ältere und jüngere Gäste, die immer wieder gern hierher kommen." Zum Tee aus Tradition gesellen sich in Berlin lebende Briten "at five o'clock". Junge Esoteriker lieben Bergamotte-Tee. Einen der feinsten Tees, Darjeeling, genießen indische Botschaftsangestellte und alle klassischen Teeliebhaber.
Ein heißer Tipp bei winterlichen Temperaturen sind die "Märchenhaften Teestunden". Jeweils am Montag um 18 Uhr werden Geschichten aus 1001 Nacht, russische Märchen, keltische Legenden und Lesungen von Autoren präsentiert. Hier wird dann nicht nur der Tee, mit oder ohne Schuss, zelebriert, sondern auch ein wenig Zeitlosigkeit. Wann auch immer, in der Tashikischen Teestube gilt: Eintauchen und genießen.
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26.02.2003 |
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© by dieberlinerin 2003 |
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| Bildergalerie |
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M. Dedeoglu
Echtes Holz und orientalische Bilder von weit her |
Fotograf: Mehmet Dedeoglu
Tee aus dem Samowar |
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