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Tipp
Berlin |
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Trinkwasser |
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Gesundes aus der Tiefe |
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Jörg Plath
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Wir drehen den Wasserhahn auf und es fließt - das Trinkwasser. Eine Selbstverständlichkeit. Wir nutzen es, verfluchen es oft genug: Enthärter für Wasch- und Kaffeemaschine, hässliche Flecke auf Möbeln und Zimmerpflanzen. Aber schätzen wir es auch? |
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Vom Roh- zum Reinwasser |
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Jeder Berliner verbraucht täglich durchschnittlich 125 Liter des kostbaren Nass'. Über Brunnen wird Grundwasser aus Tiefen zwischen 30 bis 170 Metern als Rohwasser gefördert. Selbst dieses Wasser ist trinkbar, sieht aber nicht besonders einladend aus. Wer kocht schon gern einen Eintopf mit bräunlichem Wasser?
Unter Beigabe von Sauerstoff fließt das Wasser erst durch grob-, dann durch feinkörnige Kiesfilter. Sie entfernen auf natürliche Weise wesentliche Anteile von Eisen und Mangan. Aus Rohwasser wird so Reinwasser. Das ist dann glasklar, wohlschmeckend und - vor allem vertrauenserweckend. Das garantieren die sieben Berliner Wasserwerke bis zum Hausanschluss. Das Wasserwerk Friedrichshagen liegt in Köpenick. Das heißt aber nicht, dass die Köpenickerin einen Anspruch auf ausschließlich Friedrichshagener Wasser genießt. Darf es auch ein "Schuss" Tegel oder Spandau sein? Natürlich, denn die Qualität ist überall praktisch gleich gut.
Ähnlich wie bei Strom oder Gas speisen alle Wasserwerke in ein Verbundnetz ein - fast 8.000 Kilometer lang. Das Wasser wird vermischt. Und da gehen eben schon mal ein paar Liter "fremd". Bei einer mittleren täglichen Wasserförderung von 595.000, in Spitzenzeiten sogar von 1,14 Millionen Kubikmetern, werden wir die "Ausreißer" nicht bemerken. Doch es gibt sie, die Spürnasen und Feinschmecker, die feinste Nuancen analysieren. Sie garantieren die gleichbleibende Qualität unseres Trinkwassers, stecken ihre Nase rein und prüfen mit geübter Zunge. Sie sind unbestechlich in ihrem Urteil. |
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Die "Geschworenen" des Wassers |
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Nicht die Götter, aber die Spezialisten in Weiß - die Geruchs- und Geschmacks-Prüfer in den Labors der Wasserwerke. "Sie müssen in der Lage sein, Geruch und Geschmack zu ermitteln und Empfindlichkeiten gegenüber bestimmten Substanzen besitzen", erklärt Dr. Dietmar Petersohn, Geschäftsbereichsleiter Labor bei den Berliner Wasserbetrieben. "Die Testpersonen müssen zwischen erdig, moschusartig, aromatisch und nach Weichmachern riechend unterscheiden können", so Dietmar Petersohn weiter. Kein Lippenstift, kein Rasierwasser, kein wohlriechendes Deo darf die Sinne manipulieren. Auch auf die "Zigarette davor" muss verzichtet werden.
Mindestens drei ausgewählte Personen testen Geruch und Geschmack, strenger als beim Sternekoch, die Analyseliste immer vor Augen. Für die Prüfungen muss das Wasser eine Temperatur von 25 Grad Celsius haben. Das Verfahren ist kompliziert. In einer Reihe werden die Proben stufenweise mit Vergleichswasser verdünnt oder Probe und Vergleichswasser miteinander verglichen. Ein sogenannter Schwellenwert wird ermittelt. Das heißt, das Wasser darf keinen wahrnehmbaren Geruch und Geschmack haben.
Am Ende muss die Jury entscheiden, welche Qualität das Trinkwasser hat. Es ist ein Mehrheitsbeschluss, denn die Anzahl der Testpersonen ist immer ungerade. Uta Lange vom Kundenservice Labor der Berliner Wasserbetriebe hat sich ihre eigene Meinung gebildet: "Das Berliner Trinkwasser schmeckt gut und erfrischend." |
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Täglich wird gezapft |
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Kein Lebensmittel wird so streng kontrolliert wie Trinkwasser. Neben Geruch und Geschmack wird es täglich auch auf seine chemischen und biologischen Bestandteile untersucht. Sensorische Prüfung nennen das die Fachleute. Vor allem Kalzium und Magnesium sind wichtige Bestandteile des Trinkwassers. Trotz der Filtration bleibt auch eine geringe Menge Eisen, ein wichtiges Spurenelement, erhalten. Schwermetalle wie Arsen, Cadmium, Chrom oder Quecksilber sind in so geringen Mengen vorhanden, dass sie nur mit empfindlichsten Messgeräten nachgewiesen werden können. Auch vor organischen Substanzen wie Chlorverbindungen und Pflanzenschutzmitteln, aber auch schädliche Bakterien braucht niemand Angst zu haben. Ihr Anteil liegt im Bereich von Zehntausendstel Milligramm pro Liter.
Regelmäßig müssen Untersuchungsergebnisse dem Gesundheitsamt gemeldet werden. So mancher hat Gold in der Kehle, aber wir alle im Körper. Spurenelemente sind lebenswichtig. Ohne sie funktioniert unser Organismus nicht. Einen wesentlichen Anteil machen Metalle aus. Manche schaden mehr als sie nützen. In vielen alten Häusern existieren noch Bleirohre. Blei ist weich und lässt sich gut verarbeiten. Doch es ist ein Gift. "Es gibt langjährige Erfahrungen, wie sich das Verweilen von Wasser in Bleirohren auswirkt", gibt Ike Krüger von den Berliner Wasserwerken zu Bedenken.
Er rät: "Es ist wichtig, dass man das Wasser einige Zeit ablaufen lässt. Dann kann man sicher sein, dass das Wasser vorschriftsmäßig aus der Leitung fließt." Nach der neuen Trinkwasserverordnung, die im Januar 2003 in Kraft getreten ist, müssen innerhalb der nächsten zehn Jahre alle Bleirohre ersetzt werden.
Service
Wasserfilter sind unnötig Die Werbung verspricht viel. Wasserfilter mit Aktivkohle machen das Wasser weich - stimmt! Das wird aber allenfalls die Waschmaschine freuen. Lebenswichtige Mineralien werden aber durch die Filter zurück gehalten - Finger weg!
Berliner Leitungswasser ist gesund und frei von chemischen Zusätzen. Es eignet sich auch sehr gut für die Zubereitung von Babynahrung. Angeblich besagt eine alte Bauernregel: "Ein Glas Wasser am Morgen ist das beste Frühstück." Wohl bekomms!
Alle Fragen rund um das Wasser beantworten die Berliner Wasserbetriebe
www.bwb.de |
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25.02.2003 |
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© by dieberlinerin 2003 |
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