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Ich
- Gesundheit, Seele, Schönheit |
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Wasser und Wellness |
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Das blaue Wunder |
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Ula Brunner
Wasser, ein Molekül mit Wirkung. Nicht nur zum Waschen und Trinken ist der blaue Urstoff gut, er ist außerdem gesund. Das wussten bereits Hippokrates und Pfarrer Sebastian Kneipp. Auch die moderne Wellnessbewegung hat das feuchte Element für sich entdeckt.
Wasser schwimmt auf der Wellnesswelle ganz oben. Und wurde stilbewusst in "Aqua" umgetauft. Ob getrunken, gegossen, oder einfach nur nass - aquatische Genüsse liegen voll im Trend... |
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Wasser, Wellness, Wohlgefühl |
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Wasser - wohltuend, warm, tragend. Langsam entspannen sich strapazierte Muskeln und Nerven, der Alltagsstress gleitet ins Bedeutungslose, Wonne durchströmt uns. Wellness, Wohlgefühl breitet sich aus. Noch vor kurzem durfte das fluide Molekül seinen Gesundheitswert vornehmlich in sterilen Schwimmbädern oder als therapeutische Anwendung beweisen. Funktional und wenig lustvoll. Dann kam die Wellnessbewegung mit der Zauberformel: "Gesund leben mit Genuss." Und auf dieser Trendwelle schwimmt Wasser ganz oben. Gegossen, getrunken, gewickelt, gedampft oder einfach nur nass. "Keine Wellness ohne Wasser", bestätigt Monika Lomp vom deutschen Wellnessverband. Wird auch allerorten über Umsatzeinbußen geklagt, der Wasserwohlfühlmarkt boomt. Ayurvedisches Wassertrinken, Seifenmassagen im orientalischen Hamam oder Cleopatra-Bäder mit Milch und Honig - Wasser mit Wirkung hat Hochkonjunktur. Natürlich in gefälligem Ambiente. Palmen, römische Freskos, kühler Marmor, heiß dampfende Grotten – so präsentiert sich das Spa, eine moderne Bade- und Saunalandschaft. Spa? Das Kürzel steht für "sanus per aqua", gesund durch Wasser.
Mit dem chlorgeschwängerten Fliesenambiente öffentlicher Bäder hat so ein Spa nichts mehr zu tun. Auch preislich nicht. Zwischen 50 und 150 Euro können ein paar Stunden in einer Wellness-Oase schon kosten. Natürlich inklusive Dampfbad, Whirlpool und Bodywrapping in Algen und Fango. Dafür sind viele gerne bereit, auch einmal tiefer in die Tasche zu greifen. Denn gerade in der kalten Jahreszeit können die Wohlfühlprogramme wie ein nebenwirkungsfreies Antidepressiva wirken.
Heiße oder kalte Kneipp-Wickel, Rasul-Bäder mit Heilerde, Floating in der Wassermuschel, Verdi, Walgesänge und Liquid Sound, therapeutisches Water Balancing - die Möglichkeiten feuchter Entspannung sind wunderbar endlos. Grenzen setzt da nur der Blick ins Portemonnaie. Aber zur Not bleibt dann ja noch die heimische Badewanne. |
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Molekül mit Multitalent |
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Es zieht uns ins Wasser. Als Entspannung, als Therapie oder schlichtweg zur Säuberung. "Es gibt kaum jemanden, der sich im Wasser nicht wohl fühlt", betont die Psychotherapeutin Jaan Koch. Kein Wunder, es ist das Element, aus dem wir geschaffen sind. Sämtliche Organismen, der größte Teil der Erdoberfläche, sind überwiegend wässriger Natur.
Wasser ist ein Multitalent. Es reinigt, erfrischt, entspannt, heilt. All dies war bereits seit der Antike bekannt. Worauf aber beruht die positive Wirkung von Wasser? Äußerlich angewendet: vor allem auf dem Temperaturunterschied zwischen Körper und feuchtem Element. Kalte Güsse oder Duschen fördern die Durchblutung der inneren Organe und wirken entzündungshemmend. Ein heißes Wannenbad wirkt wunderbar entspannend. Der Saunagang mit anschließender Kaltdusche bringt den Kreislauf in Schwung und stärkt die Immunabwehr.
Wasser reinigt - außen wie innen. In der ayurvedischen Medizin werden Wasserkuren - Trinken, Einläufe oder Dampfbäder - zur Entschlackung des Organismus benutzt. Vom therapeutischen Trank einmal abgesehen - Wasser versorgt den Körper mit lebensnotwendiger Flüssigkeit und Mineralien. Ohne Wasser würden wir vertrocknen.
Wasser ist ein Urstoff, so profan wie lebenswichtig. Deswegen galt in alten Kosmologien Wasser als machtvolles Element, das Leben, Gesundheit, Fruchtbarkeit spenden kann und alle Sünden tilgt. Für unser modernes Verständnis wurde dem feuchten Element damit sicherlich zu viel Bedeutung zugemessen. Aber zweifellos vermittelt Wasser ein Gefühl von Getragensein und Geborgenheit. "Wir können uns regenerieren", sagt die Therapeutin Jaan Koch, "ein warmes Bad in einem Wellnesspool kann uns helfen, zu unserer Mitte zurückzufinden, Stress abzubauen und vom Alltag abzuschalten." |
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Altbekanntes neu benannt |
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Neu ist er nicht, der feuchte Trend. Aber es wird neu benannt, was alt bekannt ist. Schon der griechische Arzt Hippokrates behandelte Kranke mit Wasserkuren. Und die alten Römer entspannten sich in prachtvollen, fußbodenbeheizten Thermen. Selbst unsere raubeinigen Germanen saunierten. Aus dem alten Japan stammt der heiß blubbernde Jaccuzzi, das Vorbild für den Whirlpool.
Im Orient schwört man seit über 500 Jahren auf Dampfbäder - natürlich streng nach Geschlechtern getrennt. In den öffentlichen Badestuben des Mittelalters hingegen konnten Mann und Frau gemeinsam in den Zuber tauchen. Dieser beliebten Sitte setzte die Verbreitung der Syphilis ein jähes Ende. In der Folgezeit galt Waschen und Baden als ungesund.
Endgültig rehabilitiert wurde das feuchte Nass im 19. Jahrhundert durch die Naturheilkundler Kneipp und Prießnitz. Vincent Prießnitz experimentierte dabei beherzt mit Heilmethoden für eher robustere Naturen. So ließ er zum Zwecke der Abhärtung eisiges Wasser aus sechs Metern Höhe auf seine Patienten herabschütten. Etwa zur gleichen Zeit wandte Sebastian Kneipp weniger heftige Verfahren der Wassergüsse an.
"Aqua sanat" (Wasser macht gesund), so fasste der "Wasserdoktor" seine Heilerfahrungen zusammen. "Sanus Per Aqua" echoen die modernen Wellnessoasen. Natürlich kommen letztere feinsinniger daher als der rustikale Kleriker. Hölzerne Bottiche und Formeln - wie "Beim Guss halt’s Maul, sonst ist die Wirkung faul" - würde in einem Luxus-Spa abschrecken. |
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25.02.2003 |
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© by dieberlinerin 2003 |
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