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Markt
- Lifestyle, Finanzen, Kaufrausch |
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Bertha Benz |
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Eine Frau schreibt Marketinggeschichte |
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Ricarda Weller
"Wir sind zur Oma nach Pforzheim gefahren", stand auf dem Zettel, den Bertha Benz ihrem schlafenden Ehemann Carl hinterließ. Am 5. August 1888 im Morgengrauen schob sie mit ihren beiden Söhnen Eugen (15) und Richard (14) den "Patent Motorwagen" ihres Gatten leise aus der Garage.
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Ein gewagtes Unternehmen |
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Beherzt setzt sich Bertha an die Steuerkurbel des dreirädrigen Ungetüms, lädt die Kinder ein und startet zur ersten Überlandfahrt in der Geschichte des Automobils. Unbequeme 106 Kilometer auf der lederbezogenen Holzbank des "Modell 3" von Mannheim nach Pforzheim.
Unterwegs müssen die Jungen immer wieder Wasser und Öl nachfüllen. Zum Tanken hält Bertha an der Apotheke in Wiesloch, kauft drei Liter Ligrolin, das ansonsten als Reinigungsmittel verwendet wird. Kurz vor Bruchsal kracht die Kette. Bertha findet Hilfe beim Dorfschmied, der auch gleich noch die abgenutzten Bremsklötze mit neuem Leder überzieht.
Kurz hinter Weingarten ist die Treibstoffleitung zum Vergaser verstopft. Bertha nimmt die Hutnadel und behebt den Schaden. Spät am Abend erreicht das Trio das "Hotel zur Post" in Pforzheim. Bertha telegrafiert: "Erste Fernfahrt gelungen – sind gut in Pforzheim angekommen." |
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Gelungene Public-Relation-Tour |
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Bertha Benz wusste sehr wohl, mit welchen Vorurteilen ihr Mann zu kämpfen hatte. Das Misstrauen der potentiellen Käufer gegen das lärmende, zischende und Gestank verbreitende Gefährt des Carl Friedrich Benz saß tief.
Sie war davon überzeugt, dass man den Menschen die Gebrauchstüchtigkeit des Motorwagens in der Praxis beweisen musste. Welchen besseren Beweis konnte es geben als eine "schwache Frau", die mit dem teuflischen, pferdelosen Gefährt zurechtkam? Wenn selbst Kinder eine Automobilfahrt ohne Schaden überstanden, wer konnte da noch an der Ungefährlichkeit zweifeln?
Die Geschichte der sensationellen Überlandfahrt von Bertha Benz verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Sie hatte den Kritikern den "Stinkefinger" gezeigt. Wie ihr Mann Carl auf den Alleingang reagierte, ist allerdings nicht überliefert. Lange wird er nicht geschmollt haben, denn dank Berthas Einsatz stiegen seine Verkaufszahlen sprunghaft an.
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26.02.2003 |
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© by dieberlinerin 2003 |
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