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Markt - Lifestyle, Finanzen, Kaufrausch
     
  Edel-Second-Hand  
  Noble Garderobe zu kleinen Preisen  
     
  Andrea Schippke  
     
  Ob Edel-Second-Hand, Abendkleiderverleih oder Schmuck zum halben Preis - Berlin bietet allen, die sich für erstklassiges Outfit nicht völlig verschulden möchten, großzügige Einkaufsmöglichkeiten. Die größte Auswahl an Second-Hand-Läden findet sich in Charlottenburg, Abendgarderobe kann man in Schöneberg leihen.  
     
  Designer-Ware aus zweiter Hand  
     
  sabineBerlins Edel-Second-Hand-Meile heißt Mommsenstraße. Sechs Geschäfte, die Designer-Klamotten preiswert anbieten, haben sich hier etabliert. Als Konkurrenz empfindet Sabine Kadgien, Inhaberin des "Secondo", diese Konzentration nicht. "Das ist eher belebend fürs Geschäft," erklärt sie. Seit 1986 betreibt sie ihr Geschäft. Für Hanna Kamionka vom "Caro" kam sogar keine andere Straße in Frage. "Es musste die Mommsenstraße sein", sagt die gelernte Zahntechnikerin und Visagistin, die vor knapp drei Jahren hier ihren Laden aufmachte.

Hochwertiges etwa von Jil Sander, Versace, Escada, Chanel und Dior gibt es für die Hälfte des Neupreises oder noch günstiger. Bei "Ariane" kann frau ein Kostüm von Chanel für 900 Euro erschwingen - neu hat es das Dreifache gekostet. Die wenig getragenen Sachen sind allesamt im Top-Zustand. Auch Neues, Fehlkäufe etwa, wird angeboten. Ariane-Inhaberin Margareta Chalfin, gebürtige Ukrainerin aus Odessa, zeigt eine neue Sonnenbrille von Gucci. Origninalpreis 166 Euro, bei ihr für 116 zu haben. Schuhe und Accessoires haben die Läden ebenfalls im Sortiment, sowie eine begrenzte Auswahl an Herrenkleidung.

Frauen im Alter von 16 bis 80 kaufen in der Mommsenstraße ein.
Die Ware wird in Kommission genommen, bei Verkauf bekommt die ehemalige Besitzerin Geld. Hängen die Sachen länger als ein paar Monate, werden sie entweder erneut reduziert oder gehen zurück an die Lieferantinnen. Letzteres gestaltet sich oft schwierig. Dann wandern die guten Stücke zum Roten Kreuz.

 
     
  Geliehener Glanz  
     
  EinOb Hochzeit in Weiß oder Presseball - bei Brautmoden Paschke in Schöneberg finden Suchende eine Riesenauswahl an traumhaften Kleidern. Auch die Herren kommen hier auf ihre Kosten. Edle Fräcke, Smokings und Cuts hängen auf den Bügeln. Wer nicht so tief in die Tasche greifen kann oder will, dem bietet sich die Möglichkeit, das teure Stück zu leihen. 50 bis 200 Euro beträgt die Leihgebühr für ein Abendkleid, 150 bis 500 Euro müssen Bräute hinblättern.

Beate Paschke führt das Geschäft nun schon in dritter Generation. Auf 250 Quadratmetern hängen Tausende von Kleidern, von romantisch bis klassisch. "Ich habe hier alles, vom schlichten Kleid bis zur aufwendigen Robe für den Wiener Opernball", beschreibt sie ihre Ware. Auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zählen zu Paschkes Kundschaft. "Namen werden selbstverständlich nicht genannt", sagt sie schmunzelnd.

Im Abendkleiderbereich hat Beate Paschke sehr viele Stammkunden, "im Brautkleiderbereich zum Glück nicht", erklärt die Inhaberin lachend. Brautkleider in den Größen von 34 bis 56 samt Schleiern, Schuhen, Brautschmuck und anderen Accessoires hat Paschke auf Lager. Und wenn Ex-Bräute ihr teuer gekauftes Stück noch einmal verwenden wollen? Ohne ein zweites Mal zu heiraten, können sie ihre Robe auf dem alljährlich stattfindenden Berliner Brautkleiderball zur Schau tragen.

 
     
  Gold und Silber für die Hälfte  
     
  JuwelierWem noch das passende Schmuckstück für die noble Garderobe fehlt, wird bei "Rent a Juwel" in der Kantstraße fündig.
Carl Schuhmann bietet gebrauchten Schmuck zum halben Preis an. Erbt jemand wertvollen Schmuck, so kann er den zu ihm bringen. Der Juwelier arbeitet die Stücke auf, dann sehen sie aus wie neu. Das älteste Stück, das er je im Sortiment hatte, war eine Brosche aus dem 17. Jahrhundert.

Bei Verkauf der Schmuckstücke kassiert Schuhmann 15 Prozent, den Rest bekommt der Kunde. "Kein Mensch sieht, ob Schmuck getragen ist oder nicht", sagt der Fachmann. Er verleiht auch Schmuck, allerdings fast ausschließlich an Filmgesellschaften. Auch wenn die Zuschauer kein  Auge für die Echtheit der Stücke haben, "die Regisseure wollen echten Schmuck - es wirkt authentischer", erklärt der Inhaber. Die Produzenten verbürgen sich mit einem Scheck, und bei Wiedergabe wird eine Leihgebühr fällig. Andere Kunden können natürlich auch leihen - dann müssen sie allerdings eine Summe hinterlegen, die fast die Höhe des Verkaufspreises beträgt.

Schuhmann hat nach eigenen Angaben den einzigen Laden seiner Art in Berlin. Zu seiner Verkaufsstrategie zählt auch die integrierte Bar: Bei fachmännischer Beratung können die Kunden am Tresen des Geschäfts Champagner, Bier vom Fass oder einen Cappuccino genießen.

 
     
   
     
   
     
   
     
   
     
   
     
 
 
  26.02.2003  
  © by dieberlinerin 2003  
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