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| Interview mit Marion Vorreiter | ||||||
| Erfolgsgeheimnisse der Chefetagen | ||||||
| Ricarda Weller | ||||||
| Marion Vorreiter kennt die Mechanismen des Erfolgs. Sie war Headhunterin in der Bankenmetropole Frankfurt/Main. Heute ist sie bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Berlin für die Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft verantwortlich. Die von ihr betreuten Damen und Herren erwarten - je nach Alter und Qualifikation - ein Jahresgehalt zwischen 50.000 und 150.000 Euro. |
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| Interview: | ||||||
| Frau Vorreiter, was genau ist Ihr Job?
Arbeitslose Führungskräfte – ist das so häufig? Ungefähr 50 Prozent meiner Klienten suchen nach einer neuen Beschäftigung, während sie sich noch in einem Arbeitsverhältnis befinden. Sie möchten sich anderweitig orientieren, interessantere Perspektiven finden, sich weiter entwickeln. Arbeitslose Führungskräfte gibt es zunehmend. Sehen Sie sich doch nur die vielen Pleiten und Luftblasen am Neuen Markt an. Da stehen dann hochqualifizierte Leute mit Führungserfahrung plötzlich auf der Straße. Sind diese Leute anders als „normale“ Arbeitslose? In gewisser Weise schon. Ich habe zum Beispiel Bewerber, die noch nie einen Lebenslauf geschrieben haben. Sie brauchten das nicht, weil sie immer auf Grund von Empfehlungen weitergereicht oder von Headhuntern abgeworben wurden. Meine Aufgabe besteht dann auch darin, zusammen mit diesen Klienten einen nachvollziehbaren Lebenslauf zu erstellen. Die gesamten Bewerbungsunterlagen werden von mir gründlich geprüft und im Bedarfsfall zusammen mit dem Klienten überarbeitet. Außerdem unterstütze ich die Bewerber mit meiner Marktkenntnis bei ihrer Karriereplanung und bei der Suche nach einer neuen Position. Wie hoch ist der Anteil Ihrer weiblichen Klientel? Etwa fünf Prozent. Tendenz steigend. Was macht die Männer so erfolgreich? Sie arbeiten häufig weniger und machen dafür mehr Politik. Frauen wollen bisher im Allgemeinen eher durch Leistung überzeugen. Es kommt aber nicht so gut an, wenn keiner hinsieht. Klappern gehört eben zum Handwerk. Die jungen Frauen sind da ganz anders. Manche muss man sogar bremsen, damit sie nicht allzu viel Lärm machen. Welche Merkmale muss eine Karrierefrau haben?
Welche Strategie empfehlen Sie Frauen, die in ihrem bisher ausgeübten Beruf mehr Erfolg haben möchten? Machen Sie auf angemessene Art auf ihre Leistungen aufmerksam! Fangen Sie an, zu klappern! Wenn keiner zuhört, dann machen Sie sich Gedanken. Ein Bewerbungsgespräch ist purer Stress. Was ist der häufigste Fehler, den weibliche Bewerberinnen machen? Flirten. Das mag ja gar nicht so gemeint sein und kann auch einer inneren Unsicherheit entspringen. Entweder, es kommt als Unsicherheit rüber, dass heißt, sie bekommt den Job nicht, oder es wird als das verstanden, was es ist. Dann hat sie ein Problem. Wenn Sie eine Tochter hätten, was würden Sie ihr raten? Setze dir Ziele, mach dir einen Plan, und lass dich um Himmels Willen nicht ablenken. Was du aber auch tust, sieh zu, dass es dir von der Sache her auch wirklich Spaß macht. Was tun Sie für sich, wenn Sie sich einmal richtig verwöhnen möchten? Ein Bad mit Rosenöl, leise Barockmusik und ein gutes Buch. |
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| 26.02.2003 | ||||||
| © by dieberlinerin 2003 | ||||||
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