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Ich - Gesundheit, Seele, Schönheit
     
  Hautkrankheit Neurodermitis  
  Mit Therapiemix zum Heilungserfolg  
     
  Kathrin Bublys  
     
  Die Neurodermitis zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen. Allein in Deutschland leiden über drei Millionen Menschen an ihr. Oftmals kommen noch Asthma, Heuschnupfen und Bindehautentzündungen hinzu. Mit Hilfe individuell abgestimmter Therapieverfahren kann in vielen Fällen eine deutliche Besserung des Krankheitsbildes erreicht werden.  
     
  Ein endloser Alptraum  
     
  "Wir sind von einem Hautarzt zum nächsten marschiert", doch keiner konnte mir helfen. "Man kommt sich vor wie ein Versuchskaninchen", so die 14-jährige Neurodermitikerin Klara Bergmann. Viele Patienten und deren Angehörige wissen nicht mehr weiter.

Zerkratzte Haut, Ekzeme an Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hals und im Gesicht, schlaflose Nächte gehören zum Alltag - es ist ein endloser Alptraum. Obwohl sich die Erkrankung in den meisten Fällen bis zur Pubertät zurückbildet und die Neurodermitis-Patienten weitgehend beschwerdefrei leben können, ist eine grundsätzliche Heilung bis heute nicht möglich.

Neurodermitiker haben eine sehr trockene, besonders empfindliche Haut, die oft rissig und schuppig ist, was durch einen verminderten Fett- und Wasseranteil verursacht wird. Außerdem hat die Haut Probleme, die Feuchtigkeit zu speichern und trocknet schneller aus. Die Folge: Keime und chemische Reizstoffe können die meist rissige Haut leichter passieren. Dies wiederum kann sehr schnell zu Entzündungen führen. Schon ein mechanischer Reiz, beispielsweise durch Wolle, kann auf trockener und zerkratzter Haut zur Ekzembildung führen. Das liegt auch daran, dass bei Neurodermitikern der Säureschutzmantel der Haut nicht opitmal funktioniert.

 
     
  Ursache noch ungeklärt
 
     
  Auf der Suche nach der Ursache der Neurodermitis - der Begriff setzt sich aus Neuron, "Nerv", und Dermatitis "Hautentzündung" zusammen - sind die Wissenschaftler zwar noch nicht zum Ziel gelangt. Doch immerhin weiß man heute, dass ein ganzes Ursachenbündel hinter der quälenden Hautkrankheit steht: Kinder, deren Vater oder Mutter unter der Krankheit leiden, erkranken wesentlich häufiger daran als Kinder von Eltern mit gesunder Haut. Klinische Studien weisen darauf hin, dass darüber hinaus Umwelteinflüsse, Allergien gegen Hausstaub oder Tierhaare sowie die Ernährung die Entstehung und den Verlauf der Krankheit entscheidend beeinflussen können.

Auch die Psyche spielt eine wichtige Rolle. Angst und Stress wirken sich auf den Zustand der Haut negativ aus. Doch welche Rolle diese Faktoren bislang genau spielen, ist unklar. Kinder, die eine Neigung zu Neurodermitis haben, sind deutlich empfänglicher für seelischen Stress als gesunde Kinder. Bei Neurodermitikern reagieren bestimmte Zellen des Abwehrsystems schon auf kleinste Krisen. Das führt zu negativen Auswirkungen auf den Zustand der Haut. Auch die Eltern betroffener Kinder können in seelische Krisen geraten. Sie sehen nicht nur ihr Kind leiden, sondern sind durch die Umstände überfordert und fühlen sich hilflos.

 
     
  Die böse Umwelt  
     
  Vieles spricht dafür, dass die veränderten Umweltbedingungen einen großen Einfluss auf die Zunahme der Patientenzahlen haben. Experten vermuten, dass zum Beispiel Autoabgase den Ausbruch und die Entwicklung des Hautleidens verursachen und beschleunigen. Die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten in den vergangenen Jahren kann ebenfalls zum verstärkten Auftreten der Neurodermitis beitragen. Verschiedene Studien legen nahe, dass zentralbeheizte Räume mit geringer Luftfeuchtigkeit einen Risikofaktor darstellen. Auch die Ausstattung der eigenen vier Wände mit immer mehr Textilien, ob in Polstermöbeln oder Vorhängen, die die Anhäufung von Staub und Milben fördert, wird für den Anstieg der Erkrankungen verantwortlich gemacht.

Die Experten vermuten außerdem, dass sich der medizinische Fortschritt und übertriebene Hygienemaßnahmen sehr negativ auf das kindliche Immunsystem auswirken. Kinder kommen immer weniger mit Keimen und Infektionen in Kontakt. Ihr Immunsystem ist somit schlechter trainiert, was sie anfällig für Allergien macht. Das Immunsystem wird in diesen Fällen unterfordert. Es rüstet gegen Umwelt-Allergene auf, statt auf echte Bedrohungen zu reagieren. Erstaunlicherweise hat sich jetzt in den Chemierevieren der ehemaligen DDR nach Rückgang der Umweltbelastungen ein deutlicher Anstieg von Allergiebelastungen bei Kindern ergeben.

 

 
     
  Therapiemöglichkeiten  
     
  Wurde Neurodermitis gerade von Schulmedizinern lange Zeit fast ausschließlich mit der "chemischen Keule", sprich mit dem gefährlichen Cortison behandelt, so setzen heute immer mehr Therapeuten auf individuell abgestimmte Verfahren, bei denen unterschiedliche Behandlungsansätze zum Einsatz kommen:

Akupunktur: Ein Klassiker der alternativen Heilmethoden. Akupunktur hilft gegen Schmerzen und kommt Neurodermitis-Patienten zugute. Sie wird oftmals als zusätzliche, unterstützende Behandlung zur medikamentösen Therapie angewendet.

Homöopathie: Homöopathische Heilverfahren gehen dem Hautproblem auf individuelle Weise auf den Grund. "Eine Heilung ist durch Homöopathie vollständig möglich“, sagt Dr. Andrea Winkler-Keller, Ärztin für Anästhesie und Homöopathie.

Die Behandlungsformel heißt: "Ähnliches mit Ähnlichem heilen". Viele Neurodermitis-Patienten wenden sich an einen Homöopathen, weil sie das Gefühl brauchen, von ihrer Umwelt ernst genommen zu werden. "Sie können nicht 100 Patienten mit Neurodermitis nebeneinander stellen und alle mit Kortison behandeln. Jeder Mensch ist einzigartig und muss individuell therapiert werden", so Dr. Almuth Gestrich, Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie.

Balneo-Phototherapie: Dies ist eine kombinierte Bade- und Lichttherapie. Die Haut des Patienten wird dabei mit einer speziellen Salzlösung behandelt und anschließend mit UV-Licht bestrahlt.

Psychotherapie: Sie kann helfen, seelische Probleme in den Griff zu bekommen. Der Leidensdruck, der durch Neurodermitis entsteht, kann gemildert werden. Bei Stress-Situationen, die den Hautzustand verschlimmern und verstärkten Juckreiz auslösen, sind Entspannungsübungen, zum Beispiel autogenes Training, zu empfehlen.


 

 
     
   
     
   
     
   
     
 
 
  26.02.2003  
  © by dieberlinerin 2003  
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