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| Nachhaltiger Filmblick | ||||||
| Filmen für die nächste Generation | ||||||
| Eva Herbst | ||||||
| Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, da gibt es sie noch: die Idealisten. Sie wollen den im Glassarg liegenden Begriff der "Nachhaltigkeit" wach küssen: Mit Guerilla Filmvorführungen am Rande der Berlinale, mit eigenen Kurzspots in Kinos und Schulen macht die Gruppe "Nachhaltiger Filmblick" Jugendlichen deutlich, dass übermäßiger Verbrauch von Gütern zu lokalen und globalen Problemen führt. |
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| Komplexes sichtbar machen | ||||||
"Fahr Bahn – Fahr zur Hölle – Auto-Nom - Reise mit Geist": in dem gerade abgedrehten Film "Scratch" tauchen diese Slogans überraschend auf Flugzeugen, Tramperschildern oder dem Asphalt auf. Nach dem ersten Lacher kommt das Nachdenken über die Zusammenhänge. "Das ist ein Prinzip von Werbespots", erläutert Regisseur Albert Heiser.
Die Spots und Filme zeigen die komplizierte Verknüpfung zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialen. "Da sind jeweils einige Aspekte der Nachhaltigkeit zu sehen", erklärt Christian, ein Teilnehmer des 15-monatigen Studienprojekts. Der künstlerische Leiter Albert Heiser, Dozent Joachim Borner und die Studenten erforschen seit Dezember 2001, wie das Thema Nachhaltigkeit 16- bis 26-Jährigen nahe gebracht werden kann.
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| Vom Studenten zur Filmcrew | ||||||
| Die Projektmitglieder, die sich in den Projekträumen über den Dächer des Berliner Stadtteils Kreuzberg treffen, kommen aus verschiedenen Städten: Berlin, Dessau, Potsdam. Auch inhaltlich bringen sie unterschiedliches Vorwissen mit: Umwelt-, und Kommunikationswissenschaften oder Medienfachleute und Politologen. Für die meisten von ihnen ist es eine Art Aufbau- oder Ergänzungstudium.
Inzwischen sind schon Filme wie "Slogans", "Gombas", "Gegangen" , "Scratch" und "24 Stunden" entstanden. Jeweils ein Aspekt der Nachhaltigkeit wird dabei vorgestellt. Gespräche und Fragebögen in verschiedenen Schultypen zeigten, dass sie mit Filmen wie etwa "Slogans" oder "Gombas" genau den Nerv der Jugendlichen treffen.
Inzwischen haben sich alle mit dem Projekt identifiziert. Viel ehrenamtliche Arbeit wird jetzt auch in Kompetenzteams gesteckt: Pressearbeit, Homepage Erstellung und Vermarktung an Kinos wurde zusätzlich notwendig. Das stand alles gar nicht so im Studienplan. "Es macht aber Spaß. Wir lernen auch alle voneinander", freut sich Christian. |
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| Filme am Rande der Berlinale | ||||||
Neben dem roten Teppich, über den Schauspieler Nicolas Cage zu seinem Berlinale-Film schwebt, steht sie: Studentin Birgit, ganz im weißen Overall, mit ihrem Team. Auf einer hochgehaltenen Leinwand führen sie den neuesten Film "24h" vor. "Wir wollen auf unsere Arbeit aufmerksam machen", strahlt Birgit bei minus fünf Grad am Potsdamer Platz. Pressearbeit live.
Die Teenies ringsherum werden wohl nicht kreischend um ein Autogramm betteln. Doch das ist auch nicht das Ziel des Projekts. "Wir suchen eine Ästhetik der Nachhaltigkeit", betont Albert Heiser. Dabei werden neue Geschichten, neue Bildwelten und Impulse für den Film gesucht. Jugendliche sollen sich so leichter mit einem schwierigen, komplexen und globalen Thema befassen. Finanziert wird das Projekt von der Deutschen Umwelt Stiftung. Initiatorin ist Irmela Bittencourt vom dem Träger "Netzwerk Zukunft e.V.". Andere Sponsoren sind beispielsweise die Heinrich-Böll-Stiftung oder die Initiative "Tausend Umwelt Taxis in Berlin". Aber auch Firmen wie "Creative Games" (Media Academy) und das "Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung" unterstützen das ehrgeizige Vorhaben. Das Thema Umwelt steht nicht mehr so hoch im Kurs der Jugend. Schnell wird ihnen der belehrende Finger langweilig. Deshalb versucht dieses Projekt es über die Werbeschiene - ein Weg, den auch Nike und andere Lifestyle Produkte gehen. Witz, Tempo, Aktion und unerwartete Wendungen in den Geschichten - so soll ein eigenständiger Lernprozess beim Betrachter stattfinden. Ob sich daraus ein positiver Lifestyle ableiten lässt? Probieren geht ja bekanntlich über studieren. Zum Projektende im Sommer wird klarer sein, ob sich der Weg über den Werbespot lohnt. |
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| 13.03.2003 | ||||||
| © by dieberlinerin 2003 | ||||||
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